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Firmengebäude, An der Gewerbeschule 1, in den 30er Jahren. |
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 |  | | Seit der "Leserrevolution" im Verlauf des 19. Jahrhunderts besteht eine starke Nachfrage nach gedruckter und dabei möglichst aktueller Information. Die Lektüre von Zeitungen und Zeitschriften, anfangs vor allem im Bürgertum verbreitet, ist längst zu einer schichtenübergreifenden Selbstverständlichkeit geworden. Die politische, wirtschaftliche
und kulturelle Ereignisdichte hat ein gesteigertes Bedürfnis nach Printmedien verursacht, die zugleich informieren und unterhalten sollen. Die Ansprüche und Angebote auf diesem Sektor weisen vor allem seit der kulturellen Blüte der 1920er Jahre eine zunehmende Spezialisierung auf. Allgemeine Informationen über das Tagesgeschehen sind auf diese Weise ebenso erhältlich wie Einblicke in besondere Fachbereiche und Freizeitaktivitäten. Um einen möglichst lückenlosen Informationstransfer von den
Redaktionen und Verlagen zu ihren Lesern herzustellen, bedarf es jedoch geeigneter Vermittlungsinstanzen. Der Bielefelder Zeitungs- und Zeitschriftengroßvertrieb Wehling ist seit rund sieben Jahrzehnten in dieser wichtigen Rolle tätig und dabei aus kleinen Anfängen zu einem bedeutenden Großhändler gewachsen. |
|  |  | | Kiosk der Firma A. Victor Wehling am Betheleck (Anfang der 50er Jahre). |
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 |  | | Im Jahr 1927 gründete A. Victor Wehling seine "Buch- und Zeitschriften - Großhandlung", die mit der Auslieferung für den Berliner Ullstein-Verlag begann. Da der Zwischenhandel allein keine hinreichenden Aussichten bot, wurde Wehling mit transportablen Verkaufsständen an der Bahnhofstraße,
an der Düppelstraße und am Nebelstor auch im Einzelhandel aktiv. 1928 richtete er am Niederwall seinen ersten festen Zeitungskiosk ein. Der mobile Verkauf auf der Straße und in Bielefelder Lokalen versorgte die Kunden auch direkt mit den neuesten Nachrichten. Nachdem die Tätigkeit rasch auf Gütersloh, Paderborn, Herford und Bad Oeynhausen ausgedehnt worden war, wurde Wehling 1932 vom Börsenverein als Vollbuchhändler anerkannt.
In den 1930er Jahren wurde das Programm noch um einen
Ansichtskartenverlag erweitert, der bei Wehling bis in die 1960er Jahre bestand. Vor dem Zweiten Weltkrieg belieferte das Unternehmen bereits 700 Buch- und Zeitschriftenhandlungen in Ostwestfalen-Lippe, im Oldenburger Land und im Harz. Ein eigener Fuhrpark sorgte für die fristgerechte Auslieferung. Die Kriegszeit verursachte jedoch erhebliche Störungen, weil Verkaufsstände bei Luftangriffen zerstört wurden und die Verkehrsverbindung zur zentralen Bücherstadt Leipzig schließlich nicht mehr
bestand. |
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